Welche Sprachen können Sie zertifizieren lassen?
Für praktisch jede europäische Sprache und für die großen Weltsprachen gibt es anerkannte Zertifikate. Der Unterschied liegt nicht darin, ob es ein Zertifikat gibt, sondern wie dicht der Markt ist. Für Englisch konkurrieren Dutzende Formate, für Kroatisch oder Finnisch gibt es jeweils ein oder zwei.
| Sprache | Wichtigste Anbieter | Marktlage |
|---|---|---|
| Englisch | Cambridge, IELTS, TOEFL, TOEIC | Sehr dicht, für jeden Zweck ein eigenes Format |
| Deutsch | Goethe-Institut, telc, ÖSD, TestDaF | Dicht, stark rechtlich verankert |
| Französisch | DELF, DALF, TCF | Staatlich geordnet, klar nach Niveaus gestaffelt |
| Spanisch | DELE, Instituto Cervantes | Ein dominierendes System |
| Italienisch | CILS, CELI, PLIDA | Mehrere universitäre Systeme nebeneinander |
| Russisch, Portugiesisch, Niederländisch | TORFL, CAPLE, CNaVT und NT2 | Je ein staatliches Leitsystem |
| Chinesisch, Japanisch | HSK und HSKK, JLPT | Eigene Skalen ohne GER-Bezug |
| Nordische und mittelosteuropäische Sprachen | Swedex, Norskprøven, YKI, ECL, CCE und weitere | Meist ein Anbieter pro Land |
Wie finden Sie den passenden Sprachtest?
Der häufigste Fehler bei der Testwahl ist, mit dem Niveau anzufangen. Sinnvoller ist die umgekehrte Reihenfolge: erst der Zweck, dann der Anbieter, dann das Niveau.
- Zweck festlegen. Studium, Beruf, Aufenthaltstitel oder persönlicher Nachweis führen zu unterschiedlichen Formaten. Ein Hochschulnachweis wie TestDaF hilft bei einer Bewerbung im Handwerk wenig, und umgekehrt.
- Empfänger fragen. Hochschule, Arbeitgeber oder Behörde nennen in der Regel konkret, welche Zertifikate sie akzeptieren. Diese Auskunft ist wertvoller als jede allgemeine Empfehlung.
- Gültigkeitsdauer prüfen. Cambridge, Goethe, DELF und DELE laufen nicht ab. IELTS und TOEFL sind zwei Jahre gültig. Wer zu früh antritt, zahlt zweimal.
- Niveau realistisch einschätzen. Machen Sie einen offiziellen Modelltest unter Zeitbedingungen, bevor Sie sich anmelden. Erst das Ergebnis entscheidet über die Stufe.
Eine nach Sprache, Niveau und Zielgruppe sortierte Übersicht aller Tests finden Sie in der Testübersicht von A bis Z. Wer zuerst wissen will, welche Stufe zu welchem Vorhaben gehört, beginnt bei den Sprachniveaus.
Häufige Fragen zur Sprachwahl
- Für welche Sprachen gibt es überhaupt anerkannte Zertifikate?
- Für alle größeren europäischen Sprachen sowie für Chinesisch, Japanisch, Arabisch, Türkisch und weitere. Der Umfang unterscheidet sich stark: Für Englisch existieren Dutzende Formate für unterschiedliche Zwecke, für kleinere Sprachen meist ein staatliches Leitsystem und gegebenenfalls das mehrsprachige ECL.
- Sind Zertifikate verschiedener Sprachen vergleichbar?
- Soweit sie sich auf den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen beziehen, ja. Ein B2 in Französisch beschreibt dieselbe Handlungsfähigkeit wie ein B2 in Spanisch. Tests mit eigener Skala wie HSK und JLPT lassen sich nur näherungsweise einordnen.
- Welche Sprache ist für Deutschsprachige am leichtesten?
- Am schnellsten geht es bei nah verwandten Sprachen mit ähnlichem Wortschatz, etwa Niederländisch, Englisch und den skandinavischen Sprachen. Deutlich mehr Zeit brauchen slawische Sprachen mit sieben Fällen und Verbalaspekt, am meisten Sprachen ohne Verwandtschaft und mit eigenem Schriftsystem wie Chinesisch, Japanisch und Finnisch.
- Kann ich mehrere Sprachzertifikate parallel vorbereiten?
- Möglich ist es, sinnvoll selten. Prüfungsvorbereitung ist Formattraining unter Zeitdruck, und zwei Formate gleichzeitig halbieren die Übungszeit für beide. Wenn zwei Nachweise nötig sind, legen Sie sie nacheinander ab und beginnen mit dem, der die frühere Frist hat.