Sie haben Ungarisch gelernt, wollen in Ungarn arbeiten oder studieren und brauchen dafür ein Sprachzertifikat? Dann können Sie sich hier informieren, welcher Sprachtest für Sie der richtige ist. Stellen Sie sich dazu folgende Fragen:
- Auf welchem Sprachlevel bin ich?
- Für welchen Zweck brauche ich das ungarische Sprachzertifikat?
- Wie hoch sind die Anforderungen an den Test?
- Bei welcher Organisation möchte ich den Sprachtest machen?
- Geht es um ein Bestehen des Tests mit Zertifikat oder um eine konkrete Punktzahl, wo Durchfallen nicht möglich ist?
Um eine Vergleichbarkeit von ungarischen Sprachtests zu gewährleisten, haben wir für Sie eine grafische Einordnung aller Sprachtests vollzogen, sodass Sie schneller eine Orientierung haben und den für sich passenden Sprachkurs wählen können.
Wie ist die ECL-Prüfung aufgebaut?
Das ECL wird nach denselben Grundsätzen in derzeit rund fünfzehn Sprachen angeboten, Ungarisch ist eine davon. Die Niveaus orientieren sich am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen: A2 für einfache Beschreibungen von Personen, Orten und der eigenen Umgebung, B1 für zusammenhängende Äußerungen zu vertrauten Themen, B2 für spontane und flüssige Verständigung, bei der ein normales Gespräch mit Muttersprachlern ohne Anstrengung möglich ist.
Die Prüfung besteht aus vier gleichgewichteten Teilen. Für das Bestehen ist in jedem Teil eine Mindestpunktzahl nötig, zusätzlich muss ein Gesamtwert erreicht werden. Es gibt keine Übersetzungsaufgabe und kein separates Grammatikmodul, was Lernenden entgegenkommt, die Ungarisch vor allem im Gespräch nutzen.
Welche Ungarisch-Zertifikate gibt es?
Ungarn kennt zwei Zertifikatswelten: ein national akkreditiertes System für den Gebrauch innerhalb Ungarns und ein international ausgerichtetes System, das auch außerhalb des Landes abgenommen wird.
| Prüfung | Niveaus | Träger | Reichweite |
|---|---|---|---|
| ECL Ungarisch | A2, B1, B2, C1 | ECL-Konsortium, Universität Pécs | International, auch in Deutschland und Österreich |
| Origó | A1 bis C1 | ELTE Universität Budapest | Ungarns bekanntestes staatlich akkreditiertes System |
| BME Nyelvvizsga | A1 bis C1 | Technische Universität Budapest | National, mit berufsbezogenen Varianten |
Das ECL ist für Lernende außerhalb Ungarns meist die praktikabelste Wahl, weil es an Prüfungszentren in mehreren europäischen Ländern angeboten wird, darunter Deutschland und Österreich. Geprüft wird ausschließlich kommunikative Kompetenz in vier Fertigkeiten, klassische Grammatiktests und Übersetzungsaufgaben kommen nicht vor.
Wofür brauchen Sie ein Ungarisch-Zertifikat?
- Studium in Ungarn: Für ungarischsprachige Programme verlangen Hochschulen üblicherweise B2. Englischsprachige Studiengänge, besonders in Medizin und Zahnmedizin, brauchen keinen Ungarischnachweis
- Arbeit in Ungarn: Im öffentlichen Dienst, im Gesundheitswesen und in allen Positionen mit Kundenkontakt wird Ungarisch erwartet, meist ab B2
- Berufliche Zusatzqualifikation in Ungarn: Ein akkreditiertes Sprachzertifikat wird bei Bewerbungen und Hochschulabschlüssen angerechnet, dafür ist ein national akkreditiertes System wie Origó oder BME die sichere Wahl
- Familiärer Bezug: Viele Lernende mit ungarischen Wurzeln nutzen das ECL, um vorhandene Sprechkenntnisse formal zu belegen
Für die Einbürgerung prüft Ungarn die Sprachkenntnisse im persönlichen Gespräch im Verfahren, nicht über die Vorlage eines bestimmten Zertifikats. Verbindlich sind die Anforderungen der zuständigen ungarischen Behörde im Einzelfall.
Wie schwer ist Ungarisch für Deutschsprachige?
Ungarisch gehört wie Finnisch zur finnougrischen Sprachfamilie und ist mit keiner der Nachbarsprachen verwandt. Der Wortschatz muss vollständig neu gelernt werden, Ableitungen aus dem Deutschen oder Englischen helfen kaum. Die häufig genannten 18 Fälle klingen dramatischer als sie sind: Sie übernehmen weitgehend die Funktion deutscher Präpositionen und folgen klaren Regeln.
Die eigentliche Umstellung liegt im Bau der Wörter. Ungarisch ist agglutinierend, das heißt, Endungen werden aneinandergereiht und tragen jeweils eine Bedeutung. Dazu kommt die Vokalharmonie: Welche Endung ein Wort bekommt, hängt davon ab, welche Vokale im Wortstamm stehen. Wer dieses Prinzip einmal verstanden hat, gewinnt Sicherheit schnell, weil es ausnahmsweise sehr regelmäßig ist. Die Aussprache ist unkompliziert, der Wortakzent liegt immer auf der ersten Silbe.
Welches Ungarisch-Niveau brauchen Sie?
ECL, Origó und BME arbeiten mit denselben GER-Stufen. Diese Zuordnung zeigt, welche Stufe für welchen Zweck üblich ist.
| GER-Niveau | Passender Nachweis | Typischer Anlass |
|---|---|---|
| A2 | ECL A2 oder Origó A2 | Erster Nachweis nach dem Anfängerkurs |
| B1 | ECL B1 oder Origó B1 | Alltag, familiärer Sprachnachweis |
| B2 | ECL B2 oder Origó B2 | Studium auf Ungarisch, Beruf mit Kundenkontakt |
| C1 | ECL C1 oder Origó C1 | Akademische und sprachbezogene Berufe |
Das ECL bietet für Ungarisch kein C2 an, die höchste Stufe ist C1. Alle Formate im Vergleich zeigt die Testübersicht von A bis Z.
Häufige Fragen zu Ungarisch-Sprachtests
- Kann ich eine Ungarischprüfung in Deutschland ablegen?
- Ja, über das ECL. Prüfungszentren gibt es in mehreren deutschen Städten, unter anderem am Ungarischen Institut in München. Origó und BME werden dagegen überwiegend in Ungarn abgenommen.
- Was ist der Unterschied zwischen ECL und Origó?
- Das ECL ist international ausgerichtet, wird in mehreren Ländern angeboten und prüft ausschließlich kommunikative Fertigkeiten. Origó ist das bekannteste staatlich akkreditierte System Ungarns, in Ungarn selbst breiter anerkannt und traditionell stärker auf formale Sprachrichtigkeit ausgerichtet. Für Zwecke innerhalb Ungarns ist Origó die sichere Wahl, für Bewerbungen aus dem Ausland genügt meist das ECL.
- Welches Niveau brauche ich für ein Studium in Ungarn?
- Für ungarischsprachige Studiengänge üblicherweise B2. Für die zahlreichen englischsprachigen Programme, insbesondere in Medizin und Zahnmedizin, ist kein Ungarischnachweis erforderlich, dort werden IELTS oder TOEFL verlangt.
- Gibt es das ECL auch für andere Sprachen?
- Ja. Das ECL wird in rund fünfzehn Sprachen angeboten, darunter Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Polnisch, Tschechisch, Slowakisch, Kroatisch, Serbisch, Rumänisch, Bulgarisch, Russisch und Hebräisch. Aufbau und Bewertung sind über alle Sprachen hinweg gleich.
- Wie lange ist ein ECL-Zertifikat gültig?
- Das Zertifikat läuft nicht ab. Arbeitgeber und Hochschulen verlangen in der Praxis dennoch häufig ein Dokument aus den letzten Jahren, weil Sprachkenntnisse ohne Gebrauch nachlassen.